SKA is LIVE and LIFE is SKA

November 2018


Kieler Nachrichten Jan 2015                                                                        

Jede Menge Ska ...

Plastik Skanksters und Sheep's E Band brachten das Publikum in der Räucherei zum Tanzen

Davor hatte die Sheep's E Band das Publikum trefflich vorgewärmt. Die acht gestandenen Herren um Sänger
Siggi Schulz und Trompeter "Chicken Willi" haben sich dieser Musik bereits vor über 30 Jahren verschrieben und damit deutlich älter als die meisten Besucher, was unterstreicht, dass Ska generationenübergreifend wirkt. Von Anfang an drehten die Nordlichter an der Temposchraube, meist neben eigenen Tanz-Krachern auch mit Klassikern von The Ethopians oder Bad Manners. Auch hier ist die Rezeptur einfach: Der explosive Drummer Rainer Martini bestimmt die Grundrichtung, Keyboarder Jörn Brammer dreht dazu lockere Melodieschleifen. Fett angereichert mit einem unwiderstehlichen Blechbläser-Sound.


Kieler Nachrichten 2008:

Sheep's E-Band feierte ihren 30. Geburtstag in der Pumpe

KIEL. Bei der Frage von Sänger Siggi Schulz, wer noch unter 30 sei, ist die Mehrzahl der Hände vor der Bühne in der Pumpe oben. Das Publikum ist also jünger als die Band, die hier ihren 30. Geburtstag feiert. Der Ska von Sheep's E-Band klingt hingegen so jung wie das Publikum, die alten Stücke wie I Wanna, Wanna ebenso wie das aktuelle Wonderful.
Letzteres hat wie alle jüngeren Stücke etwas mehr rockigen Wumms von der Rhythmusgruppe, die etwas weniger der Philosophie des Offbeats huldigt und bei manchem Gitarrensolo in echte Metal-Sphären driftet. Doch dominierend bleibt der Bläsersound der Sheep's. Je zwei Saxofone und Trompeten zerfetzen die Luft mit ihren funkigen Stößen und feuern so die Tanzwut vor der Bühne an. Selbst wenn Manfred Brassat, Wolfgang Harm (Saxofone), "Chicken" Willy Horn und Armin Hagemann (Trompeten) mal nicht in ihre Hörner zum Ska-Angriff blasen, sind sie die Motoren der Band - und geschickte Spieler auf dem Schachbrett des Ska, das traditionell auch ihre Kostüme ziert.
Ska ist nicht eben vielfältig, was Unterschiede im Uptempo oder der durchgehend krachenden Dynamik betrifft. Umso mehr kommt es auf die Feinheiten der Spielzüge an, die jeweils vom Übermut der Bläser eingeleitet werden. Elegant verrücken sie den Offbeat um Nuancen gegenüber dem Metronom der Rhythmiker und bringen so ein beinahe swingendes Element in den Ska. Hausbacken könnte man das glatt "schmissig" nennen, wenn etwa in Ska Is Life keine jamaikanische oder "2 Tone"-Ahnenpflege betrieben wird, sondern es die Grandseigneurs hinter ihren Sonnenbrillen funkeln lassen, als sei Ska der letzte Schrei.
Zumal, wenn die Uptempos immer noch einen Gang in Reserve haben, der dazugeschaltet wird, wenn die Tanzstimmung im Publikum gerade in ausgelassenen Pogo umschlägt. Auch so ein schlauer Schachzug der Ska-Veteranen, die hier beweisen, dass 30 Jahre zwar eine lange Zeit sind, nicht aber, wenn man dabei so funky frisch geblieben ist.


Onlinezine - Berlin 2006

Mann, Mann, Mann...

welcher Zug hat mich da überrollt? Von einem gepflegten kleinen Konzert in recht privater Atmosphäre bis zum Hexenkessel auf einer viel zu kleinen Tanzfläche, ist es eigentlich ein weiter Weg. Eigentlich, denn Sheep's E- Band können ihn ganz schön abkürzen.


Wer sind sie, die uns da so gerockt haben? Nun, erstmal kommen sie aus Brekendorf. Kennen wir alle. "Dort, wo Sie eine Hügelkette inmitten des Flachlandes, viele Knicks und weitläufige Wälder sehen- oder an der Autobahn A7 das Schild "Naturpark Hüttener Berge"- dort sind wir zu Hause. " Soweit die Homepage von Brekendorf. Klingt nach Schafen und Ruhe. Da hätten wir den ersten Ansatz für den Namen gefunden. Und Ruhe heißt dann wohl, viel Zeit für Musik zu haben. Und wenn man sich dann noch seit 1978 die Zeit nimmt, dann kommt etwas verdammt gutes bei raus.

Und das sollte mich dann der Zug werden, der mich am 2.12. im Berliner "Schokoladen" überrollt hat. Anfänglich sah es eher nach einem kleinen, überschaubaren Konzert aus. Dieses Bild änderte sich dramatisch, als die nördlichste Skaband Deutschands loslegte. Zuerst bekam man uptempo Ska zu hören. Das ganze mit einer Intensität gespielt, von der sich die eine oder andere 20 Jahre jüngere Band einiges abgucken dürfen. Was die schnelle Spielart jedoch abrundete, war die Prise Rock in ihm. Sheep's E- Band bauten Druck auf, der sich bei den ersten Zuschauern schon im heftigsten Schütteln der Beine ausdrückte.

Das sollte dann aber auch nicht alles gewesen sein. Bevor der schnelle Ska hätte langweilig werden können, bewiesen Herren rund um Frontmann Siggi (Siggi Marley?), das sie auch anders können. Siggi hörte man deutlich seine Liebe zum Reggea an, was die Band in blindem Vetrauen aufeinander bestens unterstützen. So kamen uns einige Klassiker in edler Rocksteady Manier zu Ohren.

Wenn ihr also die Möglichkeit haben solltet, Euch diese Band anzusehen, dann tut es! Ihr bekommt absolut routinierte Musiker zu sehen, die eine richig gute Show schieben und es schaffen, das Publikum immer wieder zum Lachen zu bringen. Seien es Ansagen im nordischen Slang oder einfach Songs, in denen sie zeigen, daß sie sich und die Welt nicht allzu ernst nehmen: Sheep's E- Band macht einfach Spaß.